Anschlussunterbringung doch um jeden Preis?

Ich habe mich bei der Abstimmung zum Kauf und Umbau des alten Schöllbronner Kindergartens enthalten. Nicht weil ich gegen die Unterbringung der Flüchtlinge wäre, sondern weil mir die Kosten zu hoch sind. Der Teilabriss und Umbau des Gebäudes zu einer Unterkunft für 50 – 59 Flüchtlinge soll etwa 1,71 Mio. Euro kosten. Zudem bezahlen wir der kath. Kirche für das marode Gebäude noch über 250 T. Euro. Insgesamt wird uns die Unterkunft also etwa 2 Mio. Euro kosten. Dazu kommt die für mich nicht gerade günstige Erbpacht, die die Kirche fordert.

Da tröstet auch nicht, dass im Untergeschoss Räume für Vereine oder Jugend entstehen sollen. Auch wenn wir wegen der schieren Anzahl der Flüchtlinge unter Druck stehen, sollten wir doch nicht die Grundsätze der sparsamen Haushaltsführung vergessen. Es gibt Kostenschätzungen für Neubauten von festen Gebäuden für die Anschlussunter-bringung von ca. 50 Personen, die sich zwischen einer und 1,3 Mio. bewegen, also zwischen einer Million und 700 T. Euro billiger wären. Ob es in Schöllbronn wirklich keinen anderen Platz für so eine Unterkunft gibt, mag ich nicht beurteilen.

Ich weiß auch nicht, ob andere Möglichkeiten, z.B. im Bereich Schule/Burbacher Straße ernsthaft geprüft wurden. Was mich ehrlich gesagt sehr irritiert, ist die Tatsache, dass der alte Kindergarten natürlich auch mit Fördermitteln der Stadt gebaut wurde. Kosten für Renovierungen, Reparaturen und Anschaf-fungen wurden vmtl. auch gefördert. Wir kaufen also von der Kirche ein Gebäude, das wir teilweise schon einmal bezahlt haben. Dafür hätte die Kirche der Stadt, gerade weil es um Flüchtlinge geht, schon mehr entgegen kommen können.

Was wohl Papst Franziskus zu solchen Geschäften sagen würde?

Jürgen Maisch