Das Feuerwehrgelände

Das Feuerwehrgelände soll nach dem Willen der Verwaltung an einen Investor verkauft werden, der über einen Wettbewerb europaweit gesucht werden soll. Das spült schnell Geld in die städtische Kasse. Aber sorgt das auch für preisgünstigen Wohnungsbau?

Für den Investor vielleicht, für den Wohnungskäufer sicher nicht. Der Preis einer Wohnung orientiert sich in erster Linie nach dem Markt. Und die Marktpreise sind in Ettlingen hoch.

Es geht auch anders: wie Am Sang in Bruchhausen bereits praktiziert, können Grundstücke auch über Baugemein-schaften vermarktet werden. Hier werden die späteren Nutzer Bauherren statt Wohnungskäufer. Sie zahlen die tatsächlichen Kosten für Grundstück und Bau, ohne Gewinnzuschläge eines Investors.

Die Stadt bekommt für das Grundstück das gleiche Geld, nur eben später – erst wenn das Grundstück in Wohn-eigentum geteilt ist. Der Preis einer Wohnung wird hier durch Kosten gebildet, nicht durch Marktgesetze.

Beim Feuerwehrgelände hat die Stadt alle Möglichkeiten, da das Gelände komplett in städtischem Eigentum ist.

Haben wir mit Investoren in Ettlingen so gute Erfahrungen gemacht, dass wir sie auch auf städtische Fläche einladen müssen? Oder setzt man da nur auf bewährt Schlechtes, statt neue Wege zu gehen, die in vielen Großstädten schon jahrzehntelang begangen werden?

Berthold Zähringer