Eine Armlänge Naivität … wie geht es nach Köln weiter?

Alle wurden aufgeschreckt, viele haben gewarnt, manche haben es erwartet. Nicht nur in Köln, auch in anderen Städten gab es in der Silvesternacht zahlreiche Übergriffe, vor allem auf junge Frauen. Tatverdächtig sind in vielen Fällen Asylbewerber, die bei uns Schutz vor politischer und religiöser Verfolgung genießen. Besonders regt auf, dass tage-lang versucht wurde die Zustände kleinzureden. Wären in Köln Flücht-linge sexuell belästigt, oder von Deutschen beraubt worden, bin ich sicher, dass dies noch in der Nacht alle Agenturen verbreitet hätten.

Ein Fortschritt ist ja schon, dass die Probleme jetzt endlich öffentlich diskutiert werden können. Und während wie üblich der wenig ziel-führende politische Aktionismus einsetzt und eine hilflos wirkende Oberbürgermeisterin fragwürdige Verhaltenstipps erteilt, stellt sich uns allen die Frage wie es weitergeht, und mit was wir in Zukunft zu rechnen haben? Ich hoffe, dass die politischen Entscheidungsträger, allen voran die Kanzlerin, jetzt endlich handeln. Naiv wäre zu glauben, dass so etwas nicht mehr vorkommt.

Ettlingen ist eine Fastnachts-hochburg. Bei uns wird es in großer Zahl Prunksitzungen und Umzüge geben, die auch von vielen Frauen und Mädchen besucht werden. Sollen wir unsere Veranstaltungen jetzt meiden und uns beschrän-ken? Nein, auf keinen Fall. Wir lassen uns doch nicht einschüchtern. Zwar wird Ihnen niemand garantieren, dass Sie völlig unbesorgt zu den Veranstaltungen gehen können, aber Straftaten zu Fastnacht gab es auch ohne Flüchtlinge. Sie können sicher sein, dass Stadt und Polizei angepasste Sicherheitskonzepte entwickeln und bei den Events präsent sind. Anstelle einer Armlänge Naivität empfehle ich allen Bürgern, unabhängig vom Alter und Geschlecht: Gehen Sie in einer Gruppe los, oder schließen Sie sich vor Ort einer Gruppe an.

Meiden Sie einsame und dunkle Stellen. Fahren Sie nachts, wenn Sie alleine unterwegs sind, lieber mit dem Taxi, als mit Bus oder Bahn. Sagen Sie laut und deutlich NEIN, schreien Sie es notfalls heraus. Rufen Sie sofort laut um Hilfe, wenn Sie sich bedrängt fühlen. Passen Sie gegenseitig auf sich auf, vor allem wenn Alkohol im Spiel ist. Lassen Sie ihre Getränke nicht aus den Augen.

Zögern Sie vor allem nicht den Notruf 110 zu wählen.

Jürgen Maisch