Verzögerung beim Hochwasserschutz?

Eigentlich sollten wir jetzt in der finalen Phase Jahrzehnte langer Planungen für den Hochwasserschutz an der Alb sein. Doch kurz vor der abschließenden Feinabstimmung kommt an die Öffentlichkeit, dass die Volumina der Hochwasserrückhaltung auf Karlsruher Gemarkung kleiner sind, als dies vor Jahren ermittelt wurde.

Dazu kommt noch, dass schon die Berechnung (mit den falschen Daten) zu einer – wenn auch kleinen – Überforderung des Systems der Hochwasserrückhaltung führt.
Kurzum: Das System ist “Oberkante Unterlippe“ ausgelegt.

Welche Folgen hat dies nun?
Ausuferungen wären im Bereich Seehof und auf Karlsruher Gemarkung höchst wahrscheinlich. Auch ein Überlauf des geplanten Hochwasserrückhaltebeckens Spinnerei ist denkbar, mit unkalkulierbaren Ausuferungen in der Ettlinger Innenstadt.

Schon jetzt ist klar, dass Planungen ohne einen rechtssicheren HQ100-Schutz (Schutz vor statistisch alle 100 Jahre vorkommendem Ereignis) zum Gewerbegebiet Seehof, Postareal oder ehemaligen Stahlgelände schwierig bis unmöglich sind.

Sollten auf Karlsruher Gemarkung keine zusätzlichen Räume für die Hochwasserrückhaltung bereitgestellt werden, muss der Planungs-prozess neu aufgerollt werden. Mit jahrelangen Verzögerungen wäre zu rechnen.

Das letzte Extremereignis liegt gut 14 Jahre zurück mit einem bis dahin unerreichten Hochwasserabfluss am Pegel Wasen von 97 m³/s (Kubikmeter pro Sekunde). Zukünftig ist mit wesentlich größeren Hochwasserabflüssen zu rechnen. Ohne Hochwasserrückhaltebecken Spinnerei ganz sicher mit verheerenden Folgen für Ettlingen.

Gerhard Ecker