Vorwärts, zurück ins fossile Zeitalter

2Die Käufer städtischer Grundstücke werden im neuen Baugebiet Gässeläcker in Oberweier per Vergaberichtlinie gezwungen, sich ans Erdgasnetz anzuschließen. So mehrheitlich beschlossen auf der letzten Gemeinderatssitzung.

Sie werden damit für ein fehlendes Energiekonzept im Gässeläcker Quartier mit jeweils ca. 5.000 € “bestraft“. Im Ettlinger Musikerviertel wird dagegen mühsam versucht, in einem bestehenden Stadtteil ein Quartierskonzept, mit Ziel zukunftsfähiger Energieversorgung, zu erstellen.

Am Ort der Verbrennung ist Erdgas anderen Fossilen bezüglich Schadstoffen und Effizienz überlegen, aber denken wir an Transportverluste durch undichte Pipelines oder gar an Fracking, ergibt sich ein differenzierteres Bild.

Fakt ist, Erdöl und Erdgas werden mit dem gleichen Primärenergiefaktor beaufschlagt, sind demnach bei der Umweltbetrachtung gleich zu behandeln.
Kein Mensch käme aber auf die Idee, zwangsweise einen Erdölanschluss im neuen Baugebiet zu verlangen.

Tatsache ist auch, dass im Neubaubereich Versorgungskonzepte kostengünstiger realisiert werden können, die gänzlich ohne fossile Energieträger auskommen.
Und schon in vier Jahren wird ein Versorgungskonzept ausschließlich mit Erdgas gar nicht mehr genehmigungsfähig sein!

Die glücklichen Erwerber der städtischen Grundstücke werden diese fossile Kröte schlucken und sich hoffentlich trotzdem für eine zukunftsfähige Versorgung ihres Neubaus entscheiden.

Gerhard Ecker
gerhard.ecker@ettlingen.de