Warum in Ettlingen so viel gebaut wird?

Oberes Albgrün, Karlsruher-, Rastatter-, Wilhelm- straße, Post- und Feuerwehrareal, Festplatz, um nur Einige zu nennen. Angesichts der zahlreichen jüngst fertiggestellten, noch im Bau befindlichen, und bereits geplanten Wohnbauprojekte hört man zunehmend kritische Stimmen fragen, ob in Ettlingen bald alle freien Flächen zubetoniert werden, und zu Lasten der Natur und des Erholungsbedarfs der Bürger gar ein Überangebot geschaffen wird.

Wir sehen das nicht so. In Ettlingen ist es nach wie vor sehr schwer eine “bezahlbare” Wohnung zu finden, besonders für Rentner und junge Familien, sogar mit durchschnittlichem Einkommen. Der Bedarf an günstigem Wohnraum ist in der Stadt immer noch weit größer, als das Angebot. Vor allem junge Leute ziehen aus Ettlingen weg ins Umland, weil sie sich die teuren Mieten und Bauplatzpreise hier nicht leisten können.

Da private Investoren kaum Interesse an günstigen Mieten, Haus- oder Wohnungspreisen haben, ist die Stadt gefordert Einfluss auf die Preisentwicklung zu nehmen. Z.B. indem sie auf eigenen Grundstücken eigene Projekte entwickelt, wie am Festplatz, mit Partnern, z.B. Bau-genossenschaften, lange Mietpreisbindungen vereinbart, oder städtische Grundstücke zu adäquaten Preisen direkt an die Bauwilligen verkauft, was wir Freie Wähler fordern. Dabei wären Vergaben an Baugruppen, auch Generationen über-greifend, eine Möglichkeit “Normalverdienern” das Wohnen in Zentrumsnähe zu ermöglichen. Das sollte nämlich eher eine Frage der viel beschworenen “sozialen Balance”, als des Geldbeutels sein.

Ein kluger Kopf sagte neulich: “Bezahlbarer Wohnraum ist nur dann wirklich bezahlbar, wenn er von seinem Bewohner aus eigenen Mitteln, ohne staatliche Hilfe, finanziert werden kann.

Jürgen Maisch