Wenn das Extreme Normalität wird Starkregen im Südwesten

Über eine Woche lang dreht sich jetzt schon ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen direkt über unseren Köpfen. Auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe verdunkelt sich der Himmel. Die lokalen Folgen der Starkregen kann man täglich in den Nachrichten sehen. Bis jetzt, Gott sei Dank, nur in den Nachrichten.

Die sommerliche Wetterlage Tief Mitteleuropa (TM) – welche schon die “Jahrhundertfluten“ 2002 und 2013 ausgelöst hatte – verstärkt sich zunehmend und tritt immer häufiger auf. Bretten wurde 2013 und 2015 von ähnlichen Ereignissen geflutet, Münster und Rottweil 2014.

Bei den aktuellen Planungen zum Hochwasserschutz für Ettlingen und Karlsruhe wird das gestiegene Potential der TM-Wetterlage bisher noch nicht ausreichend berücksichtigt. Das System wird auf typische Winterhochwässer ausgelegt, was in Vergangenheit auch für das Einzugsgebiet der Alb typisch war. Nur Ende Mai 1978 gab es ein lokales Hochwasser an der Alb, ausgelöst durch eine TM-Wetterlage, das hochskaliert bereits die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen überfordern würde – mit verheerenden Folgen für Ettlingen.

Beim Überlauf des geplanten Damms beim Bahnhof Busenbach bliebe eine Vorwarnzeit von maximal 15 Minuten dann flutet die Innenstadt – und ganz gefährlich für Leib und Leben die Flutung der Tiefgaragen.

Die Hochwasserschutzplanungen stehen kurz vor ihrem Abschluss. Ohne Einbeziehung der aktuellen Starkregenentwicklung wird der mögliche Schutzgrad für Ettlingen nicht erreicht werden können.
Wir bitten alle Fraktionen und die Verwaltung die bestehende Hochwasserschutzplanung noch einmal zu überdenken.

Gerhard Ecker