Wie und wo werden wir in Zukunft wohnen?

Diese Frage bewegt derzeit viele Ettlinger, wie man auch an verschiedenen Beiträgen in den lokalen Medien sieht. Insbesondere der Flüchtlingszustrom hat aufgezeigt, dass es ein großer Fehler war den sozialen Wohnungsbau zu vernachlässigen. Das hat man ja nun endlich erkannt, was dazu führen soll, dass in Ettlingen in naher Zukunft sehr viele neue Mietwohnungen entstehen. Nicht nur private Investoren sondern auch die Stadtbau und die Baugenossenschaften sollen dafür sorgen, dass der Wohnungsmarkt in Ettlingen entlastet wird.

Offenbar ist es inzwischen aber wegen gesetzlicher Vorschriften nicht einmal mehr möglich eine Sozialwohnung für weniger als 2.700 Euro pro qm zu errichten. Und das sei mitunter sogar noch wirtschaftlicher als eine Bestandssanierung. Das ist erschreckend, und ich frage mich wer bei diesem staatlichen Kostendiktat so alles mitverdient. Diese Preisexplosion führt dazu, dass auch neue Genossenschaftswohnungen wohl bald 10 Euro Kaltmiete kosten werden.

Viele unserer Bürger müssen aber mit einer kleinen Rente, oder einem geringen Gehalt zurechtkommen und brauchen daher eine günstige Wohnung. Ich glaube, dass vielen Entscheidungsträgern gar nicht bewusst ist, dass die durchschnittliche Jahresrente in unserer Region nur 15.000 Euro beträgt, und das durch-schnittliche Jahreseinkommen (4 Personenhaushalt) bei netto ca. 36.000 Euro liegt. Wer kann denn da noch 10 Euro oder mehr Kaltmiete pro qm zahlen?

Nicht passieren darf, dass die Stadt Neubauten in diesem Segment für die Anschlussunter-bringung von Asylbewerbern anmietet, ohne gleichzeitig dafür zu sorgen, dass weiterhin auch günstige Wohnungen für die unter uns zur Verfügung stehen, die darauf angewiesen sind.

Jürgen Maisch